Der Kymco MyRoad 700i im Test

Kymco, einer der größten Zweirad- und Motorenproduzenten der Welt, hat mit dem MyRoad 700i den bisher größten Kymco-Roller auf den Markt gebracht. Der Taiwanese hat eine große Scheinwerferfront mit drei großen Rundscheinwerfern hinter einer Glasabdeckung. Alle anderen Scheinwerfer und die Blinker bestehen aus robusten LEDs. Die technischen Daten können mit anderen großen Luxusrollern problemlos mithalten: flüssigkeitsgekühlter Zweizylinder-Viertakt-Reihenmotor, vier Ventile, 700 Kubikmeter Hubraum, 59 PS Maximalleistung, elektronische Krafteinspritzung und ein starkes Drehmoment von fast 63 Newtonmeter. Damit kann man problemlos eine Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h erreichen – selbst Überholmanöver lassen sich problemlos meistern. 

Motor und Antrieb surren dank den vorgespannten Zahnrädern des Nockenwellenantriebes, die die Kraftübertragung optimieren, angenehm hell. Der Roller erreicht durch ein stabiles Fahrwerk mit Gitterrohrrahmen eine satte Straßenlage, auch wenn er ein kleines bisschen schwerfällig ist – was teilweise an dem Gewicht von 292 Kilo liegt. Doch er lässt sich präzise auf Kurs bringen und erreicht eine stabile Schräglage. Das Fahrwerk kann ausserdem mit der ersten elektrisch verstellbaren Dämpfung im Rollersektor aufwarten, die sich über einen Schalter am rechten Lenkerende von “soft” auf “medium” zu “hard” umstellen lässt. “Medium” ist dabei generell keine schlechte Wahl, wobei “soft” den Fahrkomfort bei unproblematischen Fahrten erhöht und “hard” die Spurtreue bei schneller Geschwindigkeit fördert. Den Antagonisten zum Antrieb liefern eine Doppelscheibenbremse vorne und eine Einzelscheibe hinten. Das ABS kommt von Bosch und kontrolliert beide Räder in einem unabhängigem Zweikreissystem. Im Großen und Ganzen ist die Bremswirkung in Ordnung.

Der Pilot sitzt aber etwas unbequem: obwohl man den Lenker gut im Griff hat, könnte das Trittbrett etwas tiefer liegen und nach hinten mehr Platz geboten sein. Für Großgewachsene ist das besonders ärgerlich. 

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